Buch

Wie schreibe ich ein Buch? | Teil 1

Nach einer längeren Pause & einigen Schreibblockaden-Phasen später, ist meine Inspiration zurückgekehrt & ich kann endlich wieder an meinem nächsten Buch weiterschreiben. Das schien mir der perfekte Zeitpunkt für eine neue, kleine Reihe hier auf dem Blog. Nachdem ich nämlich letztes Jahr meine beiden Bücher rausgebracht hatte, schrieben mir einige von euch auf Instagram mit demselben Ziel. Mit dieser Reihe möchte ich meine persönlichen Erfahrungen & Tipps an euch weitergeben & den Weg bis zur Veröffentlichung von Anfang bis Ende in einzelnen Beiträgen zusammenfassen. Beginnen wir mit dem Herzstück eines Autors: seinem Buch!

Buch
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Sonnenbrille – White Market’18 | 2-Teiler (Jeansjacke + Rock) – H&M’19
Gürtel – Bershka’19

Die Haupthandlung in eurem Buch

Konzentriert euch zuerst nur auf den roten Faden in eurer Story. Ihr benötigt dafür einen Anfang, eine Mitte & ein Ende. Nutzt den Anfang um eure Geschichte aufzubauen & die Charaktere & ihre Hintergründe vorzustellen. In der Mitte sollte der Höhepunkt eurer Geschichte stattfinden, weil der Leser bis dann bereits alle notwendigen Informationen erhalten hat & sich nun intensiver mit den Handlungen auseinandersetzen kann. Wenn ihr am Ende angelangt seid, sollte alles für den Leser verständlich & sinnvoll erscheinen. Er muss sich etwas darunter vorstellen können! Wenn er die Geschichte nämlich nicht versteht oder die Handlungen nicht zusammenpassen, verbinden der Leser kein positives Erlebnis mit eurem Buch. Das bedeutet aber nicht, dass von der Seite der Leser keine Fragen offen sein dürfen & ihr alles bis ins kleinste Detail erklären & beschreiben müsst. Bücher sollten immer noch Platz für individuelle Interpretationen geben. Jeder hat einen eigenen Stil & gerade Autoren sollten diesen auch so zu Papier bringen.

Nebenhandlungen einbauen

Sobald ihr mit eurer Haupthandlung fertig seid wird euch auffallen, dass alles noch etwas emotionslos, langweilig & stumpf klingt. Das liegt daran, dass ein “gutes” Buch nicht nur aus der Message oder dem Höhepunkt der Geschichte besteht, sondern eben auch ein Gefühl von “Realität” vermitteln sollte, damit sich der Leser in dieser “Welt” verlieren kann. Dazu gehören z.B. Beschreibungen von der Umgebung, den Ausdrücken, den Tätigkeiten & den Personen. Emotionen sind beim Schreiben wirklich sehr wichtig, da die Leser sie aus Worten produzieren müssen. Um das zu erreichen, benötigt ihr auch Nebenhandlungen & Nebencharaktere, die nicht zwingend zur Haupthandlung gehören. Sie verleihen eurem Buch & euren Charakteren ein Herz, denn wie wollen eure Leser “mitfühlen”, wenn sie keine Verbindungen aufbauen- & Gefühle entwickeln können?

Gibt es eine Regel? Nein. Ihr könnt selbstverständlich so viele Charaktere & Hintergrundinformationen einbauen wie ihr möchtet, aber euch sollte bewusst sein, dass die Story dadurch auch schwieriger wird. Umso mehr Charaktere & Handlungen, desto mehr Fäden müssen am Ende zusammenlaufen & Sinn ergeben. Ausserdem können zu viele Handlungen auch verwirren oder die Spannung beim Lesen nehmen, weil einfach zu viel passiert & man die Haupthandlung irgendwie vergisst, ausblendet oder nicht mehr erkennt.

Ein effektiver Schreibprozess

Es gibt verschiedene Phasen der Produktivität. Schreibt ihr von morgens bis abends, 3-5 Stunden am Tag oder vielleicht 2 Mal in der Woche? Zu welchem Schreibtyp ihr gehört, müsst ihr natürlich für euch selbst herausfinden. Schreiben ist auf jeden Fall etwas sehr Persönliches & Kreatives, was man nicht erzwingen kann. Trotzdem muss man stets ehrgeizig & motiviert bleiben, weil sich das Buch leider nicht von allein schreibt.

Hier meine persönlichen Tipps für einen effektiven Schreibprozess:

Story in Stichworten

Schreibt eure Geschichte in Stichworten & in der richtigen Reihenfolge auf. Mit dieser “altmodischen” Methode könnt ihr eure Ideen ordnen & sofort Lücken oder Ungereimtheiten erkennen. Markiert diese Stellen dann z.B. mit einem Fragezeichen oder wandelt sie in Fragen um, die ihr noch beantworten müsst, damit die Geschichte einen roten Faden erhält. Dann müsst ihr die Teile nur noch verbinden!

Notizen für spontane Ideen

Wenn mir z.B der Teil zwischen Mitte & Ende fehlt, spiele ich in meinem Kopf immer wieder verschiedene Szenarien durch & notiere mir sofort alles, was ich einbauen könnte & gut zur Geschichte passte. Diese Notizen (digital oder schriftlich) habe ich immer & überall dabei, damit ich die Lücken jederzeit vervollständigen kann.

Musik als Inspiration

Was mir auch immer sehr geholfen hat ist Musik, weil ich mich dann immer total in meinen Gedanken verliere. Ausserdem versetzen mich gewisse Songs in einen bestimmten Gemütszustand & mein Schreibstil verändert sich, was z.B. einiges bei traurigen oder glücklichen Szenen ausmachen kann. Wenn ihr die Emotionen, die ihr selbst fühlt oder gefühlt habt in Worte fassen könnt, erschafft ihr wahre Emotionen. Deshalb nutzen auch viele das Schreiben, um Erlebtes besser zu verarbeiten.

Rechtschreibung

Achtet euch bereits am Anfang auf die Rechtschreibung & schreibt nicht einfach darauf los. Am Ende kostet euch die Korrektur unglaublich viel Zeit & noch mehr Nerven. Ihr werdet so oder so noch Fehler finden, also minimiert die Quelle bereits wenn ihr anfängt. Dasselbe gilt auch für die Satzstellung & Zeichensetzung.

Schreibpausen einlegen

Schreibpausen sind ärgerlich aber notwendig, da wir früher oder später den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen. Auch ich bin schon oft an einem Punkt angekommen, an dem ich einfach nicht mehr weiterkam aber gerne weitergekommen wäre. Die Inspiration kommt meistens dann, wenn ihr sie gar nicht unbedingt gebraucht hättet. Deshalb legt regelmässige Pausen ein, ein paar Stunden oder auch ganze Tage wenn nötig & vertraut eurem kreativen Köpfchen!

Regelmässige Kontrollen

Kontrolliert eure Geschichte regelmässig – nicht nur auf Fehler, sondern auch auf Formulierungen oder kleine Änderungen. Vielleicht möchtet ihr hier & da noch ein paar Sätze einbauen, Dialoge ausweiten oder einige Szenen doch lieber weglassen. Mein Tipp ist; viele, kleine Kontrollen anstatt wenige, grosse Kontrollen. So müsst ihr euch immer nur auf kleine Teile konzentrieren & könnt den Rest vorerst ausblenden, was euch eine bessere Übersicht verschafft. Am Ende kontrolliert ihr das komplette Buch, um auch noch die Zusammenhänge & Übergänge zu prüfen oder anzupassen.

Schreibt ihr gerade an einem Buch?
Lasst es mich in den Kommentaren wissen.


Das erwartet euch im zweiten Teil:

Der Inhalt ist nun abgeschlossen, jetzt müssen wir uns der Verpackung & der Gestaltung widmen. Dazu gehören Dinge wie Formatierung, Cover, Rückentext usw. Ein Buch besteht nämlich nicht nur aus Worten, auch das Optische spielt eine grosse Rolle. Der Leser orientiert sich am Einband, bevor er ein Buch in die Hand nimmt. Wie soll das Buch also am Ende aussehen & was müsst ihr alles beachten? Das erfahrt ihr schon bald im zweiten Teil!

Hau' in die Tasten!