Toleranz

Toleranz bei Kleidung & Aussehen

Toleranz, die ruhige Duldung von abweichenden Meinungen oder Aktivitäten anderer Menschen. (Wikipedia)

Oft bezeichnen sich Menschen als tolerant die es nicht sind, aber glauben zu sein. Toleranz schlägt als erstes beim Äusseren wurzeln, bei dem was man sehen kann – z.B. bei der Kleidung. Traurig, dass ich das jetzt sagen muss aber wer kennt es nicht? Menschen, die auf eine übertriebene Art & Weise plötzlich ihre Augenbrauen hochziehen? Menschen, die erschüttert ihren Kopf schütteln während sie dich ansehen? Menschen, die mit dem Finger auf dich zeigen? Ist mir alles heute Morgen passiert, als ich mit Freunden zum Frühstück in einem Café verabredet war. Ich frage mich also: Wie können wir bei der Gesellschaft Toleranz für die wirklich wichtigen Themen erwarten, wenn diese noch nicht einmal bei Kleidung gegeben ist?

Toleranz
Toleranz
bloomingveins-Toleranz
bloomingveins-Toleranz
T-ShirtSonnenbrille – White Market’18 | Netzoberteil – No Name
Hose – Secondhand | Gürtel – H&M’18

Setze dich für mehr Toleranz ein!

Ich wohne in einem kleinen Dorf, 45 Minuten von der nächst grösseren Stadt entfernt. Hier begegnen dir die Menschen bereits auf 5 Meter Abstand, wenn du im Crop-Top zur Post gehst oder dich eben mit einem Netzoberteil in ein Café setzt. Natürlich kann man ein Kopfschütteln oder ein entsetztes Anstarren nicht mit einer Beleidigung oder Ausgrenzung vergleichen – aber es ist der Anfang von fehlender Toleranz.

Ihr könnt euch also verstecken, anpassen oder darauf pfeifen. Entscheidet euch unbedingt für letzteres! Ich sage euch auch gleich warum! Wir können solche Reaktionen vielleicht nicht verbieten, aber wir können sie verstummen lassen – indem wir uns einfach so anziehen, wie wir wollen. Wenn wir das alle tun, sind “ungewöhnlichere” Looks plötzlich keine Seltenheit mehr – weil sie gar nicht mehr ungewöhnlich wären. Wenn etwas heraussticht, zieht es Aufmerksamkeit auf sich. Was aber, wenn wir alle herausstechen? Nicht wir müssen uns ändern, sondern die, die mit unserer Individualität ein Problem haben. Die, die keine Toleranz aufbringen wollen.

Schritt 1: Klein anfangen

Es braucht auf jeden Fall Mut, aber diesen müsst ihr nicht von heute auf morgen aufbringen. Startet z.B. einfach mal mit einer Frisur oder einer neuen Haarfarbe, die ihr aus Angst vor abschätzigen Blicken nie machen wolltet. Ihr könnt auch Unterstützung von Freunden beanspruchen & euch gegenseitig motivieren. Diese Motivation kann so aussehen, dass ihr am nächsten Tag z.B. alle mit der selben Frisur zur Schule geht. Klingt vielleicht nach wenig, ist aber ein Schritt in die richtige Richtung. Andere dazu zu bringen den eigenen Style auszuleben, kann nämlich gleichzeitig auch euch selbst ermutigen. Mit jeder Veränderung, die eure Persönlichkeit unterstreicht, wird ein Statement gesetzt. 

Schritt 2: Alles positiv aufnehmen

Fremde Blicke können auch falsch interpretiert werden. Es kommt darauf an, wie ihr sie aufnehmt. Nicht jeder der euch anschaut, hat automatisch negative Gedanken. Ich schaue ja auch gerne etwas an, was mir gefällt. Da meistens keine verbale Kommunikation stattfindet, entstehen oft Missverständnisse. Anstatt also gleich davon auszugehen, dass die Blicke negativ gemeint sind, solltet ihr sie immer positiv aufnehmen. Das gibt euch nicht nur ein gutes Gefühl, sondern ihr stärkt dadurch euer Selbstbewusstsein & das ohne “fremde Hilfe”.

“Fremde Blicke können nämlich auch falsch interpretiert werden.”

Schritt 3: Komplimente machen

Beginnt damit Komplimente zu machen, wenn ihr etwas an einer Person schön findet. So können wir aufzeigen, dass fremde Blicke nicht immer etwas schlechtes sein müssen. Aber wenn wir andere auch einfach nur anstarren, sind wir nicht viel besser als die, die uns anstarren & wir wollen ja eine Veränderung, oder? Würden das die Menschen vermehrt tun, wäre auf den Strassen nicht halb so viel Unsicherheit zu spüren, was das äussere Erscheinungsbild angeht.  Etwas Nettes zu sagen kostet euch nichts, kann aber viel bewirken. Versucht es einfach mal!

Schritt 4: Unsicherheit ablegen

Gegen Reaktionen wie Kopfschütteln & Augen-Verdrehen kann man nichts machen. Gut, man könnte die Personen zur Rede stellen – aber das mache ich nie, weil mich ihre Meinungen zu meinem Aussehen einfach nicht interessieren. Zudem können wir damit nichts verändern. Mehr Toleranz in der Gesellschaft ist nur möglich, wenn wir endlich anfangen stolz auf uns zu sein. Stolz auf unser Aussehen, unseren Kleidungsstil & unseren Körper & diesen Stolz müssen wir zeigen. Lasst die Menschen das tragen, was sie wollen – auch wenn es euch persönlich vielleicht nicht gefällt. Dieser Person gefällt es & ihr solltet euch freuen, dass sie zu sich selbst & ihrem Geschmack steht. Genau das wünscht ihr euch doch auch; dass ihr so aussehen könnt wie ihr wollt? Ihr möchtet euch dabei doch auch gut fühlen, oder?

Schritt 5: Anderen Mut machen

Ermutigt andere, ihr Aussehen endlich selber zu gestalten & lasst das zur Normalität werden. Seht es als etwas Gutes, wenn wir die Unterschiede zwischen uns zeigen wollen. Schafft Selbstvertrauen, nehmt anderen ihre Unsicherheit & zeigt Respekt für ihren Mut. Blöde Sprüche zu eurem Outfit? Zieht es am nächsten Tag gleich nochmals an. Die gleiche Person kritisiert andauernd eure Frisur? Sorgt dafür, dass ihr immer diese Frisur macht wenn ihr sie seht. Denn so wollt ihr aussehen & so dürft ihr aussehen. Macht das eurem Umfeld klar, bindet es ihnen richtig auf die Nase. Solche Dinge ermutigen andere dazu dasselbe zu tun. Ihr gehört nicht mehr zur Minderheit, wenn ihr zu eurem Geschmack steht. Es wird selbstverständlich – sobald wir andere so behandeln, wie wir behandelt werden möchten.

Mehr Toleranz; was tut ihr dafür?


Ich z.B. wollte nie ein Kleid oder einen Rock tragen… 

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