31-Aug-2018 Lifestyle

Analog

analog

Den heutigen Post widme ich dem Thema Analog, was wahrscheinlich jedem von euch ein Begriff ist. Es muss einfach jedem von euch ein Begriff sein, auf Instagram kann man sich vor den #35mm-Posts ja kaum noch retten. Mir geht es auch so, denn ich liebe Analogfotografie! Analogfotos sind für mich Geschenke aus der Vergangenheit. Ich liebe es, nicht zu wissen was dabei rauskommt & es erst zu erfahren, wenn ich den 36-Film aufgebraucht & zum Entwickeln gegeben habe. So war ich immer als Kind an Weihnachten, wenn man nach dem Essen endlich die Geschenke auspacken durfte. Diese Warterei & Ungewissheit staut sich auf – ungeduldig bin ich auch noch lol – & dann sprudelt alles auf einmal aus einem raus.

Wo kaufe ich Analog Kameras & Filmrollen?

Ich besitze bisher zwei Analog Kameras: eine Olympus AF-10 35mm & eine Minolta AF-DL 35mm. Die Olympus habe ich mir letztes Jahr bei ebay bestellt & die Minolta habe ich im Frühling auf einem Flohmarkt gefunden. Es lohnt sich auf jeden Fall, wenn ihr zuerst bei Flohmärkten oder Secondhandshops vorbeischaut. Ja ich weiss, die Zweifel ob das Ding auch wirklich funktioniert sind gerne mal die Begleitung, aber bei CHF 10 gehe ich das Risiko gerne ein. In einem meiner liebsten Secondhandshops gibt es eine grosse Vitrine direkt am Eingang, voll mit Kameras von unterschiedlichen Marken für wenig Geld. Jedes Mal stehe ich für mehrere Minuten vor der Glasscheibe & die Frage “soll ich oder soll ich nicht?” steht mir förmlich ins Gesicht geschrieben. Die Filmrollen kaufe ich bei DM – das sind meistens die Kodak 200 Gold, mit welchen ich bisher sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Manchmal bestelle ich auch bei meinem Entwickler – zwischendurch auch gerne aus Versehen, weil falsches Kreuzchen am falschen Ort lol.

Wo lässt du die Filme entwickeln?

Ich habe meine Fotos bisher immer bei ifolor entwickeln lassen. Ihr könnt das Bestellformular auf der Webseite herunterladen, ausfüllen & mit den Filmrollen per Post einsenden. Das dauert dann ca. 1 Woche bis ihr die Fotos im Briefkasten habt. Ein Tipp: Erkundigt euch niemals telefonisch nach eurem Film, denn ihr werdet keine Auskunft erhalten. Bei mir hiess es jetzt schon zum zweiten Mal, dass sie von mir keinen Film hätten & auch keinen Auftrag & im System sei auch nichts eingetragen, aber sie leiten es sofort weiter & blabla. Trotzdem kamen die Fotos jedes Mal entwickelt bei mir an, was ja auch die Hauptsache ist. Fragt mich bloss nicht, warum das so ist oder welches System die benutzen. Eine Rolle (36er) kostet mich hier plus minus CHF 30 mit Versand, aber die Preise variieren. Dm, Rossmann, Mediamarkt, fujifilm oder fotoblitz.ch uvm. bieten diesen Dienst ebenfalls an. Ich selbst berücksichtige natürlich nur die Anbieter aus der Schweiz.

Ist Analog nicht teuer?

Sagen wir es mal so: im Vergleich zur digitalen Variante, dem Smartphone, ist es das auf jeden Fall. Schliesslich bezahlen wir da nicht für jedes einzelne Foto, das Ergebnis haben wir ebenfalls in wenigen Sekunden auf dem Display & es ist direkt verfügbar. Bei Analogfotos ist das halt nicht so, da sie zuerst entwickeln werden müssen & diesen Prozess, sowie das ganze Drumherum kostet Geld – wie alles Schöne im Leben. Da hätten wir einmal die Kamera, dann die Filmrollen, vielleicht noch neue Batterien & anschliessend die Film-Entwicklung, das Format, die Ausführung (CD, Papier, usw.) & den Versand. Die Batterie für meine Minolta hat z.B. CHF 20 gekostet. Sie musste extra bestellt werden, da sie kaum noch verwendet wird. Daher überlege ich mir immer zwei Mal, ob ich etwas wirklich fotografieren möchte & gehe sparsam mit den Filmrollen um – ausser ich verliere mal wieder die Geduld, weil bloss noch zwei Fotos fehlen bis der Film voll ist haha.

Warum Analog?

Warum nicht? Es ist eine Leidenschaft wie jede andere auch. Doch warum dieses Analog zurzeit so boomt weiss ich auch nicht. Für mich persönlich ist es natürlich der Retro-Touch auf den Fotos. Man kann es einfach nicht mit Smartphone-Bildern vergleichen, die würde man nie so hinkriegen. Es ist ein Vibe, den ich zu 100% liebe & lebe aber auch die Überraschung, wenn die Fotos entwickelt sind. Das bewusste Durchleben der Erinnerungen, was sich einfach ganz anders anfühlt als das hastige Scrollen auf dem Smartphone. Man weiss nie, wie die Fotos genau aussehen werden – weil es keinen Display gibt, der die Aufnahme anzeigt you know. Meine Kameras kommen aber nicht täglich zum Einsatz, es wäre mir einfach zu teuer. Ich habe aber trotzdem immer eine von beiden in meiner Tasche, man weiss ja nie…

Was findest du besser? Analog oder Digital?

Du könntest mich auch fragen: Was ist besser? Kaffee oder Tee? Ich liebe aber beides, kann sie aber nicht vergleichen weil es nicht dasselbe ist. Es hat beides seine positiven & negativen Seiten. Ich schätze die digitalen Möglichkeiten sehr – besonders bei meinen Outfit-Shootings – weil ich keine Kosten verursache & nebenbei auch viel Zeit spare. Wir leben eben in einer Zeit, in der alles sehr schnell geht & schnell gehen muss. Wir tun etwas & wollen direkt das Ergebnis sehen. Wir möchten jemandem etwas mitteilen & das ohne Zeitverzögerung. Die Zeiten der Briefe & Postkarten sind vorbei, was aber nicht bedeutet, dass es nicht schön war. Beim Fotografieren gibt es Momente, die ich schnell & kontrolliert einfangen will. Es gibt aber auch Momente, die möchte man einfach so richtig oldschool handhaben weil ich das mag. Analog stösst auf immer mehr Begeisterung. Ich kann mir daher gut vorstellen, dass die Preise zukünftig noch steigen könnten.

Fotografiert ihr Analog?


Hinterlasst mir gerne mal eure Kamera-Modelle & Empfehlungen in den Kommentaren! Tut ihr eh nicht, aber ihr könntet & das zählt.

Hau' in die Tasten!

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